Ein Tag in Moskau, oder: Wie ich ganz allein die Stadt eroberte

Heute war ich allein unterwegs. Am quasi dritten Tag wusste ich ja schon ungefähr wo es lang geht. Ich kann alleine Metro fahren und weiß, wo ich was zu Essen finde. Das war auch mein erster Punkt als ich mich mittags auf ins Abenteurer machte: Essen. Ich bin also direkt erstmal zu Mu-Mu. Das kannte ich jae schon von gestern und ich hatte Hunger. Nach einem Piroggenmittag wollte ich ein bisschen shoppen. Denn Golduhren und Edelkosmetik entsprachen bisher nicht dem, was ich suchte und in Berlin ist ja auch immer so wenig Zeit… Auf dem Stadtplan stand nun direkt neben Mu-Mu ein Shopping Center. Zu sehen war nichts..? Ich stellte dann fest, dass hier eine riesige Mall unterirdisch gebaut worden war. Wenn auf der Erde kein Platz mehr ist kommen die Zombies… – ach nee, aber so ähnlich. Auch hier Kontrolle an allen Eingängen von draußen und an jeden Laden. Ich bin unschlüssig ob ich mich wirklich sicherer fühle.

Danach hatte ich noch einiges an Zeit und beschloss mal wieder ein vorbildlicher Biologe zu sein – pardon – eine vorbildliche Biologin. Und so ging ich in die Zoologische Sammlung der Universität. Direkt am Eingang habe ich mich angestellt wie der erste Mensch und gleich dafür gesorgt, dass alle Mitarbeiter wussten, dass die Deutschen da sind. Erst den Ticketschalter nicht gefunden und dann spricht ja auch niemand englisch… Dafür waren hier alle ganz freundlich und ich hab sogar ein studentschisky Ticket für lächerliche 1.30€ bekommen. Es waren auch dann noch alle freundlich als ich ambitioniert in die Garderobe stratzte (sorry, das Wort trifft es aber einfach am besten), wo ich natürlich keinen Zutritt hatte. Also dann den Mantel doch durch’s Fenster gerreicht, wie alle anderen. Ich hatte schon vorher gelesen, dass alles etwas angestaubt und nur auf russisch beschildert ist. War dann auch so. Machte aber nix. Ich wollte mich ja nicht bilden – gebildet bin ich schon –  sondern nur mal gucken. Die Ausstellung ist wirklich groß und es gibt die verrücktesten Tiere, darunter einen lebenden Iguan, der mich zu Tode erschreckte hat. Ansonsten war alles auf Stecknadeln platziert (Schmetterlinge, Käfer und Gewürm), eingelegt (Seeigel, -sterne und weiteres Gewürm) oder ausgestopft (Säuger und Vögel). Man könnte sicherlich viel mehr daraus machen, denn ich glaube auch für Leute, die der Sprache mächtig sind, sind die Informationen doch recht dünn gesät.

 

Hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass meine Füße von gestern ganz dick waren? So waren meine ausgelatschten adidas-Treter heute morgen fast ein bisschen eng und auch nach dem Museum taten mir die Füße weh. Ich hab mich dann zusammengerissen und bin durch ein paar kleine Gassen geschlendert, wo ich jetzt mit Carottcake (meiner zu Ostern war besser!) und Cappuccino im hippen Glas (ehrlich: Heißgetränke in Gefäßen ohne Henkel …wieso??) sitze und euch diese Zeilen schreien. Witzigerweise kann auch hier niemand Englisch. Als ich rein kam quatschte mich eine Mitarbeiterin direkt voll. Ich guckte wohl etwas irritiert und fragte ob sie auch Englisch spricht. Daraufhin zeigten sie gleich zu zweit auf einen dritten Kollegen – der hatte nun offensichtlich die A*karte gezogen und musste mich bedienen, konnte aber leider auch kaum Englisch. Aber immerhin kam ja dann, was ich bestellt hatte auch bei mir an. Also alles halb so wild.

Gleich geht’s noch weiter meine Mama von der Uni abholen und dann noch was essen. Ihr seht Essen ist sehr wichtig . Wie soll man sonst die Kultur kennen lernen?


eine Flasche Wein später


Essen und Wein sind wichtig. Wegen Kultur und so.

Aber noch eine andere Geschichte: An allen Kaufhäusern sind ja wie schon gesagt Einlasskontrollen: Die härteste Tür der Stadt, oder so. So kam auch ich heute nicht umhin meinen Stinkerucksack zu öffnen. Nun gestaltet sich das hier sprachlich (wie schon erwähnt) alles recht kompliziert. Meine Russischkenntnisse sind recht basal, genau wie die allgemeinen Englischkenntnisse der Moskaunesen. Ich gehe also durch die Schranke und es piept. Der Wachmann zeigt auf meinen Rucksack und auf seinen Tisch. Verstehe. Ich stelle den Sack ab. Er piept drüber. Währenddessen kommen die nächsten herein und ich denke ich kann gehen. Doch weit gefehlt. Ich ernte einen grimmigen Blick. „открыты!“. Aha. ich: „Should I open it?“. er: „открыты!“. Basale Russischkenntnisse reichten dann immerhin aus, um den Rucksack vorsichtshalber mal auf zu machen…

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